Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Da das Lipödem immer schmerzhaft ist (Leitlinie Lipödem 2024), zielt die Therapie primär auf die Schmerzreduktion ab und eben nicht zwangsläufig auf die Reduktion des Extremitätenumfangs. Konservativ sollen beim Lipödem medizinische Kompressionsstrümpfe die Schmerzen lindern. Das Fettgewebe kann durch Kompressionsstrümpfe jedoch nicht reduziert werden. Auch eine weitere Zunahme der Fettansammlung kann durch Kompressionsstrümpfe nicht verhindert werden.
Zusätzlich zum Lipödem können Wassereinlagerungen (Stauungsödeme, sekundäre Lymphödeme) entstehen. Zur Verbesserung der Lebensqualität (Leitlinie Lipödem 2024) kann die Strumpfversorgung daher durch Manuelle Lymphdrainage (MLD) oder sogar Lymphdrainagegeräte (intermittierende pneumatischen Kompressionstherapie - IPK) ergänzt werden. Das Fettgewebe des Lipödems kann jedoch weder durch MLD noch durch IPK reduziert, noch kann eine weitere Zunahme der Fettansammlung beim Lipödem dadurch verhindert werden. Sowohl die MLD, als auch die IKP dienen also lediglich der Beschwerdelinderung und eben nicht der Beeinflussung der Fettpolster.
Bei gleichzeitig bestehendem Übergewicht (Adipositas) sollte eine nachdrückliche Gewichtsreduktion angestrebt werden, um in dem Adipositasanteil das Fettvolumen zu reduzieren. Der Liopödemanteil reduziert sich dadurch jedoch nicht.
Die wissenschaftlichen Daten zum Einfluss der Ernährung beim Lipödem sind uneindeutig und derzeit noch unzureichend. Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt keine generelle Empfehlung zu einer bestimmten Ernährungs-/Diätform abgegeben werden. Bei vielen anderen chronischen Erkrankungen ist der entzündungshemmende Effekt diverser Ernährungsformen bekannt. Da der Schmerz beim Lipödem sehr wahrscheinlich entzündungsbedingt ist, könnte eine entsprechende Ernährung einen Effekt erwarten lassen.
Der gesundheitsfördernde Effekt von sportlicher Aktivität ist in vielen Studien beschrieben und darf derzeit als unstrittig gelten. Sport wirkt positiv u.a. auf Muskeln, gegen Adipositas und auf die Psyche. Sport kann sogar entzündungshemmend wirken. Das Unterhautfettgewebe des Lipödems reagiert durch Sport aber kaum mit einer Reduktion.
Eine medikamentöse Therapie spielt beim Lipödem praktisch keine Rolle.
Psychosoziale Aspekte in Bezug auf das Lipödem und Adipositas finden in der aktuellen Leitlinie Erwähnung.
